INNENSTADT-AUSBAU

Bereits 1909 wurde die Straßenbahnstrecke in der Gelsenkirchener Bahnhofstraße im Hinblick auf die geplanten, umfangreichen Erweiterungen des Straßenbahnneztes doppelgleisig ausgebaut:

Mit der Stadt Gelsenkirchen war im Zusammenhang mit der Ablösung des „Heimfallrechtes“ vereinbart worden, die am Alten Markt Linie aus Bismarck zum Bahnhof zu führen. Ebenso hatte man den Bau einer Straßenbahnlinie nach Heßler, einer Linie nach Horst, einer Linie in die Feldmark und einer Linie nach Günnigfeld vereinbart. Die Linie über Wattenscheid nach Bochum sollte durchgehend zweigleisig ausgebaut werden – mit entsprechend höherer Kapazität.

Um den Verkehr am Bahnhof zu bewältigen, wurde in der Vohwinkeler Straße eine doppelgleisige Abstell- und Umsetzanlage gebaut. Im Vorgriff auf die Linie nach Günnigfeld entstand  ein Gleisabzweig in die Kniestraße (heute Wildenbruchstraße). Dieser wurde 1912 mit den Gleisen in der Vohwinkeler Straße zu einer Schleife verbunden. Sie blieb mit der späteren Ergänzung eines dritten Gleises bis 1974 in Betrieb.

Auch die Gleisanlagen im Bereich der evangelischen Altstadtkirche und des Neumarktes wurden optimiert: Das aus der Hochstraße kommende Gleis der Linie nach Wanne lief jetzt nicht mehr südlich an der Altstadtkirche vorbei durch die Kreuzstraße sondern nördlich durch die etwas breitere Bankstraße in die inzwischen in diesem Bereich zur Bahnhofstraße umbenannte Bann Straße. Damit konnte die Trasse hier jetzt auch doppelgleisig ausgebaut werden.

Die im Bau befindliche Linie nach Heßler wurde aus der Weststraße doppelgleisig in die Bahnhofstraße eingeführt. In Richtung Süden folgte auf der Bahnhofstraße ein doppelgleisiger Abzweig – einerseits zum Gleis der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft in der Ahstraße und andererseits in den südlichen Abschnitt der Bahnhofstraße.

In der Ahstraße und in der Bahnhofstraße blieben die Strecken zunächst weiterhin eingleisig. Die Ausweiche in Höhe des „Berliner Hofes“ in der Bahnhofstraße war nicht geeignet, den steigenden Straßenbahnverkehr aufzunehmen. Vor diesem Hintergrund wurde die Strecke 1910 doppelgleisig ausgebaut.

  • Auf dieser Postkarte von 1909 angelegte Endstellen in der Vohwinkeler Straße gut zu erkennen.
    Postkarte ohne Verlagsnennung - Sammlung Ludwig Schönefeld