BETRIEBSHÖFE

Für das Gelsenkirchener Netz standen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG über die Jahre insgesamt vier Betriebshöfe und ein Baulager zur Verfügung:

Gelsenkirchen (Baubeginn 1894, eröffnet 1895 – bis heute in Betrieb)
Leimgard (Baubeginn 1897, eröffnet 1902, verkauft 1932 – in Betrieb bis 1961)
Buer (Baubeginn 1899, eröffnet 1901 – geschlossen 1927)
Berger Feld (Ausweichbetriebshof zwischen 2000 und 2003)

Das Baulager befand sich in Hüllen an der Wanner Straße. Es wurde bis 1963 aufgegeben.

CENTRALEN UND WAGENHALLEN

In der Anfangszeit der Straßenbahn wurde zwischen „Centralen“ und „Wagenhallen“ unterschieden:

In den Centralen wurde mit eigenen Kraftwerken auch der Bahnstrom – anfangs 550 Volt und später 600 Volt Gleichstrom – erzeugt, während die Wagenhallen zum Abstellen und zur Reparatur der Straßenbahnwagen verwendet wurden.

Centralen waren die Betriebshöfe Gelsenkirchen und Buer. Der Betriebshof Leimgard war demgegenüber lediglich eine Betriebsstützpunkt.

Die Verteilung der Kraftwerke im Gelsenkirchener Netz ist im Rückblick erstaunlich. Weder der Betriebshof in Gelsenkirchen hatten einen Bahnanschluss. Somit musste die Kohle für die Stromerzeugung mit großem Aufwand mit Pferdefuhrwerken transportiert werden.

Der einzige Betriebshof, bei dem ein Bahnanschluss leicht möglich gewesen wäre, war der Betriebshof Leimgard. Er lag unmittelbar an der Anschlussbahn der Zeche Bonifacius. Die Belieferung mit Kohle wäre somit problemlos möglich gewesen.

Nachdem sich das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) als Aktionär an der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG beteiligt hatte, wurden die Kraftwerke der Straßenbahn auf dem Gelände der Betriebshöfe Gelsenkirchen und Buer stillgelegt. Fortan wurde der Bahnstrom aus dem Netz des RWE bezogen: der konzerninterne Verkauf von Strom an die Verkehrsunternehmen war für den Stromversorger von Anfang an ein wichtiger Synergieeffekt.

Das von Gerhard Schnickmann zur Verfügung gestellte Beitragsbild zeigt die Wagenhalle des Betriebshofes Gelsenkirchen in den 1990er-Jahren.

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