STABWECHSEL IN KRAY

1961 brechen die letzten Wochen der Linie 4 an. Um den Ausbau der Bundesstraße 1 zum Ruhrschnellweg zu ermöglichen, wird die Strecke am 13. Mai 1959 im Bereich der Autobahnbaustelle unterbrochen.

ERSATZVERKEHR MIT FAHRZEUGEN DER EVAG

Vorübergehend werden von der Essener Verkehrs-AG (EVAG) noch Straßenbahnwagen zwischen dem Kaiser-Otto-Platz und der Autobahnbaustelle in Kray eingesetzt. Sie werden jedoch schon bald durch einen Schienenersatzverkehr mit Omnibussen ersetzt. Am 29. Januar 1961 wird die Linie 4 offiziell von Steele bis nach Kray-Nord (Sparkasse) verkürzt.

Das nachfolgend gezeigte, am 15. September 1960 von Peter Boehm aufgenommene Foto entstand an der provisorischen Endstelle der Linie 4 in Kray (Sammlung Axel Reuther). Damit die Triebwagen im Beiwagenbetrieb umsetzen können, wurde in Höhe des Hauses Krayer Straße 213 ein Umsetzgleis angelegt.

Am 7. Mai 1961 folgt die Stilllegung eines zweiten Teilstück zwischen Kray und der Stadtgrenze zwischen Gelsenkirchen und Essen in Höhe der Achternbergstraße in Rotthausen. Zeitgleich gibt die Essener Verkehrs-AG den Betriebshof Leimgard entgültig auf.

Da es an der Haltestelle Achternbergstraße keine Ausweiche gibt, müssen die in verkehrsstarken Zeiten mitgeführten Beiwagen fortan an der Ausweiche Karl-Meyer-Straße zurückgelassen werden.

Zwischen Steele und Rotthausen wird mit der neuen Omnibus-Gemeinschaftslinie 94 Essen Stadtwaldplatz – Steele – Kray – Gelsenkirchen -Feldmark das Ende der Straßenbahn nach Steele eingeleitet.

Mit der Einstellung der Linie 4 auf der Gesamstrecke von Rotthausen, Achternbergstraße über Gelsenkirchen nach Wanne-Eickel Hauptbahnhof am 1. Februar 1963 ist dann endgültig Schluß. Zwischen Gelsenkirchen und Wanne-Eickel wird als Ersatz für die Straßenbahn die mit modernen Henschel-Gelenkbussen bestückte Omnibuslinie 40 eingeführt.

NEUBAU DER GLEISSCHLEIFE IN KRAY

Bereits am 17. November 1930 hatte die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft als Betreiberin der Essener Straßenbahn eine Verbindung von Essen nach Kray über die Dortmunder Straße eröffnet. Ein Anschluss an die Strecke der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG in der Krayer Straße bestand jedoch nicht.

1959 begann der Ausbau der Dortmunder Straße zum Ruhrschnellweg. Jetzt wurde die Straßenbahn am Wassertrum über eine Rampe auf den Mittelstreifen der Autobahn geführt. Nach vier Kilometern Fahrt wurde die Rampe zur Krayer Straße erreicht.

Sobald dieses zweite Rampe fertiggestellt war, führte die Essener Verkehrs-AG die aus Frillendorf kommende Schnellstraßenbahnlinie in das Zentrum von Kray. Dabei nutzte sie im Ortszentrum im Verlauf der Krayer Straße zunächst noch die Gleise der stillgelegten Linie 4. In Höhe des Bahnhofs Kray-Nord wurde die Krayer Straße verlassen. Die Gleisschleife mündete hier in den Heinrich-Sense-Weg. Parallel zum Marktplatz entstand eine zweigleisige Endstellenanlage. Über die Hubertstraße kehrte die Straßenbahn zum Ruhrschnellweg zurück.

Am 29. Mai 1985 hat auch die Schnellstraßenbahnstrecke, die zuletzt von der Linie 103 befahren wurde, ausgedient. An ihrer Stelle betreibt die Essener Verkehrs-AG auf dem Mittelstreifen der A 40 bis heute eine Spurbus-Strecke.

Das Beitragsbild und die Bildstrecke dokumentieren die Schleifenfahrt anhand von Fotos, die Dieter Höltge am 1. April 1978 auf genommen hat. Zu diesem Zeitpunkt sind auf der Linie 3/13 bereits die modernen M-Wagen im Einsatz, allerdings noch in ihrer ursprünglichen rot-weißen Stadtbahn-Lackierung.

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  • Vom Ruhrschnellweg kommend, hat Triebwagen 1017 am 1. April 1978 die Schleife in Kray erreicht.
    Foto Dieter Höltge - Sammlung Stefan Höltge