ZUR TRABRENNBAHN

Nachdem die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft seit 1911 gemeinsam unter dem Dach des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks in Essen residierten, hatte man auch für die „Flugplatzlinie“ gemeinsame Pläne.

Von der Schillerstraße sollte die Strecke von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG auf eigenem Bahnkörper bis zur Stadtgrenze am Schwarzbach weitergeführt werden. Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft sicherte zu, für ihre Linie 8 von der Endstelle in Katernberg eine in gleicher Weise doppelgleisig ausgeführte Anschlußstrecke bis zum Schwarzbach zu bauen.

Die als Verbindungsglied notwendige Brücke über den durch die Emschergenossenschaft kanalisierten Schwarzbach wurde 1913 fertiggestellt.

Am 12. Juli, nach anderen Quellen am 17. Juli 1913 eröffnete die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG das neue Teilstück von der Schillerstraße zum Schwarzbach. Die Gesamtstrecke war jetzt 3,4 Kilometer lang. Jetzt erhielt die am Schwarzbach provisorisch eingerichtete Endstelle die Bezeichnung „Flugplatz“.

GEMEINSCHAFTSVERKEHR

Die Essener Anschlußstrecke von den Termeerhöfen in Katernberg zur Brücke über den Schwarzbach war im Sommer 2014 einsatzbereit. Obwohl die landespolizeiliche Abnahme noch nicht vorlag, konnte sie bereits für eine Flugveranstaltung in der Woche vom 12. bis 19. Juli 1914 kurzfristig in Betrieb genommen werden.

Die offizielle Inbetriebnahme der 2,3 Kilometer langen Neubaustrecke erfolgte am 25. November 1914. Zeitgleich nahmen die Verkehrsunternehmen offiziell den Gemeinschaftsverkehr auf: Die Linie 8 der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft wurde von Essen bis Gelsenkirchen Hauptbahnhof durchgebunden. Auf ihr verkehrten in der Regel Fahrzeuge der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG stellte weiterhin die Wagen der Linie 9 auf dem Streckenabschnitt vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof zum Flugplatz.

Die Netzgrenze zwischen den Betrieben wurde vom Schwarzbach an das Tor 1 des Flughafens verlegt. Diese Regelung gilt bis heute.

Die Haltestelle am Schwarzbach wurde zunächst als „Grenze Rotthausen“, wenig später dann als „Fürstinnenstraße“ bezeichnet. Die neue Endstelle am Tor 1 des Flugplatzes übernahm in den ersten Jahren die Bezeichnung „Flugplatz“.

1940 wurde der Flugbetrieb in der Feldmark eingestellt. Die Haltestelle am Flugfeld erhielt jetzt die Bezeichnung „Trabrennbahn“.

Auf der Gelsenkirchener Trabrennbahn – hier im Bild mit der 1926 gebauten Tribüne auf einer 1956 gelaufenen Postkarte (Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld) – werden bis heute Rennen ausgetragen.

Das Gelände des ehemaligen Flugplatzes wurde in der Nachkriegszeit für eine inzwischen ebenfalls stillgelegte Abraumhalde des Bergbaus genutzt.