LINIEN 4 UND 5

Zeitgleich mit der Eröffnung der neuen Strecke zum Bahnhof Steele-Nord wurde die Endstelle der zuvor durchgehend von der Katholischen Kirche im Gelsenkirchener Stadtzentrum über Kray und Steele nach Spillenburg geführte Straßenbahnlinie dorthin verlegt.

Zwischen der Dreiringstraße – „Steele, Apotheke“ – und Spillenburg wurden jetzt wieder wie im Eröffnungsjahr 1898 Pendelwagen eingesetzt.

ERSTMALS LINIENNUMMERN

Im Zusammenhang mit der Einführung von Liniennummern für das Gelsenkirchener Netz erhielten 1907 auch die Verbindungen in Steele eine numerische Bezeichnung.

Die Seite dem 1. März 1905 am Neumarkt in Gelsenkirchen beginnende Linie zum Bahnhof Steele-Nord erhielt die Nummer 4. Die Fahrtzeit betrug rund 45 Minuten.

Die inzwischen über Spillenburg hinaus bis Rellinghausen verlängerte Verbindung wurde zur Linie 5 auf dem Linienweg Steele, Ausweiche Friedrichstraße – Rellinghausen, Kaiserplatz. Die Fahrtzeit dieser Linie betrug 39 Minuten.

Die Linien 4 und 5 wurden im 20-Minuten-Takt bedient.

Im Steeler Lokalverkehr eingesetzte Verstärkerwagen führten vorübergehend die Linienbezeichnung 6.

Einer dieser Verstärkerwagen ist möglicherweise auf dem 1918 aufgenommenen Beitragsbild zu sehen. Eine Liniennummer ist nicht angeschrieben. Die vermutlich 1920 verkaufte Variante der Postkarte (Verlag Cramers Kunstanstalt, Dortmund – Sammlung Ludwig Schönefeld) wurde nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg entmilitarisiert. Die ursprünglich links vom Triebwagen patroullierenden Soldaten wurden – das zeigt der Vergleich mit ursprünglichen Motiv – entfernt.

DURCHLEITUNG NACH BUER

Etwa zeitgleich mit der Einführung der Liniennummern wurde die Linie 4 in Gelsenkirchen über Bismarck nach Buer durchgebunden. Zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Buer wurde dadurch im alternierenden Parallelverkehr mit der Linie 2 ein 10-Minuten-Verkehr realisiert. Die „4“ war damals mit 19,63 Kilometern eine der längsten Straßenbahnverbindungen im mittleren Ruhrgebiet.

VOR DEN BAHNHOF

Ein letzter Ausbau des Steeler Netzes konnte 1911 abgeschlossen werden. Im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Stahlträgerbrücke für die Bahnlinie von Essen über Steele und Höntrop nach Bochum wurde das Straßenbahngleis über die Bochumer Straße bis zum Bahnhof „Steele-Nord“ weitergeführt. Auf dem Bahnhofsvorplatz entstand eine neue Endstelle und ein Umsetzgleis.

EINZUG VON HALTESTELLEN

Weitere Ergänzungen oder Ausbauten wurden durch den Ersten Weltkrieg verhindert. Im gesamten Gelsenkirchener Streckennetz, so auch auf den Linien 4 und 5, mussten Haltestellen eingezogen werden, um Personal zu sparen.

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