VON 8 UND 9 ZUR 17

Im März 1916 stellte die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Linie 9 ein, um das knappe Personal auf wichtigeren Verbindungen einzusetzen. Nur gelegentlich fuhren noch Einsatzwagen bis zur Ausweiche Fürstinnenstraße.

Die Haltestellen Festweg, Ziegelstraße, Baselerhof, Eichelkamp und Hesslerstraße wurden mit Wirkung vom 1. Dezember 1916 eingezogen, um Personal zu sparen.

EINE NEUE UNTERFÜHRUNG

Ein Engpass ganz anderer Art war die Überführung der Bahnstrecke Gelsenkirchen – Schalke-Süd, der sogenannten „neuen Wilhelminenbahn“. Bereits 1912 sollte das Nadelöhr beseitigt werden.

Durch den Ersten Weltkrieg und die anschließende Wirtschaftskrise gelang dies erst im Sommer 1926. Während die alte Überführung nur eine lichte Weite von etwa drei Metern hatte, bot die neue Brücke zwischen den Widerlager eine Durchfahrtsbreite von 22 Metern. Während der Bauarbeiten war der Straßenbahnverkehr auf der Linie 17 im Bereich der Brücke unterbrochen.

LINIE 17

Im Zusammenhang mit der Übernahme der Westfälischen Straßenbahnen GmbH zum 1. Januar 1938 wurden im Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG zahlreiche Liniennummern neu vergeben. Dieser Prozess zog sich bis 1940 hin, da man möglichst auch Überschneidungen mit den benachbarten Verkehrsunternehmen vermeiden wollte.

Die Flugplatzlinie erhielt ab dem 1. April 1940 anstelle der Liniennummer 8 die Liniennummer 17.

Das Beitragsbild zeigt einen der 1927 von der Mainzer Waggonfabrik Gastell für die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft gebauten „Mitteleinstiegswagen“ auf der Zeppelinallee. Das Postkartenmotiv (unbekannter Verlag – Sammlung Ludwig Schönefeld) wurde vermutlich im Sommer 1935 aufgenommen. Der Straßenbahnwagen ist als Linie 8 in Richtung Essen unterwegs. Auf der rechten Seite ist das 1928/29 errichtete Gebäude des Finanz- und Zollamtes Gelsenkirchen zu sehen.

VIER JAHRE UNTERBRECHUNG

Der Zweite Weltkrieg traf die Linie 17 besonders hart. Bereits 1942 musste der Linienbetrieb vorübergehend eingestellt werden. Ab dem 23. Oktober 1944 ruhte der Verkehr vollständig.

Am 8. August 1945 konnte die Linie von Essen aus wieder bis zur Trabrennbahn in Betrieb genommen werden.

In Gelsenkirchen waren die Zerstörungen weitaus stärker. Infolgedessen blieb der Linienverkehr noch für weitere vier Jahre eingestellt.

Erst am 7. Mai 1949 konnte auch die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG wieder in die Feldmark fahren. Mit verlängerten Kursen der von Günnigfeld kommenden Linie 3 wurde der Linienverkehr bis zur Langemarckstraße provisorisch aufgenommen.

Ab dem 15. Dezember 1949 war die Haltestelle Fürstinnenstraße wieder erreichbar. Vom 3. Dezember 1950 an war die Strecke dann wieder durchgehend von Essen nach Gelsenkirchen befahrbar.