KULTURLINIE

Im Zusammenhang mit der Übernahme der Westfälischen Straßenbahnen GmbH zum 1. Januar 1938 wurden im Netz der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG zahlreiche Liniennummern neu vergeben. Dieser Prozess zog sich bis 1940 hin, da man möglichst auch Überschneidungen mit den benachbarten Verkehrsunternehmen vermeiden wollte. Die Flughafenlinie erhielt ab dem 1. April 1940 anstelle der Nummer 8 die Liniennummer 17.

1942 ist die Linie 17 vorübergehend eingestellt. Ab dem 23. Oktober 1944 ruht der Verkehr vollständig. Erst am 8. August 1945 kann die Linie wieder bis zur Trabrennbahn in Betrieb genommen werden. In Gelsenkirchen waren die Zerstörungen so stark, dass die Linie erst am 7. Mai 1949 wieder bis in die Feldmark (Langemarckstraße) befahrbar war – mit verlängerten Kursen der von Günnigfeld kommenden Linie 3. Ab dem 15. Dezember 1949 war die Endstelle Fürstinnenstraße wieder erreichbar, ab dem 3. Dezember 1950 war die Strecke dann wieder durchgehend von Essen nach Gelsenkirchen befahrbar.

Die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft wurde 1954 in „Essener Verkehrs AG“ (EVAG) umgetauft. Wenig später wurden einige Netzbereinigungen vorgenommen. So übernahm die Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG 1958 das Streckenstück zwischen der Schwarzbachbrücke und der Trabrennbahn.

Mit dem vierspurigen Ausbau der Feldmarkstraße zwischen dem 25 .Mai 1959 und dem 15 .März 1960 zwischen der Stadtgrenze und der teilweise über die ehemalige Schillerstraße verlaufenden neuen Hans-Böckler-Allee erhielt die Linie 17 eine neue zweigleisige Trasse in Straßenmitte.

Die Linienführung über die inzwischen in „Zeppelinallee“ umbenannte Zeppelinstraße wurde 30. Juni 1969 zugunsten einer Neubautrasse über Essener Straße zur Florastraße aufgegeben.

1971 wurden die Linien 7 und 17 im Gemeinschaftsverkehr als 7/17 befahren. Nun musste man am Gelsenkirchener Hauptbahnhof am Linienschild absehen, ob der Wagen über Rotthausen oder über die Feldmark. In der Regel fuhren die Wagen der Essener Straßenbahn auf der Linie 7, die Wagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn auf der Linie 17. Zugleich wurde die Linie 17 bis zur Endstelle Bredeney durchgebunden.

ABSCHIED

Auf der „7/17“ kamen seit 1971 vor allem die 1964 zu Gelenkwagen umgebauten Großraumwagen zum Einsatz. Da die Essener Verkehrs AG eine sehr große Flotte von Düwag-Einrichtungswagen betrieb, war die Linie durchgehend – auch an der Trabrennbahn – mit Wendemöglichkeiten ausgestattet.

Auf Essener Gebiet führten die Großraum-Gelenkwagen in der Regel einen passenden Beiwagen aus der EVAG-Flotte mit. Ein an der Trabrennbahn im Dienst stehender Posten war für das An- und Abkuppeln der Beiwagen verantwortlich.

1977 übernimmt die Essener Verkehrs AG als Linie 27 die Dienste der Linie 17. Grund dafür ist, dass die Einrichtungswagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG nicht mehr die neu eröffneten Stadtbahntunnel in Essen befahren können. Die fortschrittlichsten Nachkriegswagen rollen damit nach nur 25 Einsatzjahren auf das Abstellgleis und werden wenig später verschrottet.

Nur zwei Kopfteile überleben noch für einige Jahre als Partiewagen „BOGIE“. Zum Einsatz kommen zunächst achtachsige Einrichtungswagen, später dann achtachsige Standardwagen des Typs M. Nur sehr gelegentlich kommen Gelenktriebwagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG zur Trabrennbahn.

Am 1. Januar 1980 erhält die Linie die VRR-Nummer 127. Seit 1998 ist sie als Linie 107 unterwegs.

KULTURHAUPTSTADT

In Verbindung mit der Bewerbung von Essen als Kulturhauptstadt gibt die Essener Verkehrs AG ihrer 107 eine neues Attribut „KulturLinie“.

In der Tat verbindet die Linie zwischen Bredeney und Gelsenkirchen 57 Kulturstätten: Von der denkmalgeschützten Krupp-Siedlung in Bredeney über das Weltkulturerbe Zeche Zollverein bis zum Musiktheater in Gelsenkirchen