NACH HORST

DIESE WEBSITE BEFINDET SICH IM AUFBAU.
TEXTE UND FOTOS WERDEN FORTLAUFEND EINGESTELLT.


In den Verhandlungen mit der Stadt Gelsenkirchen zur Ablösung des „Heimfallrechtes“ hatte sich die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG verpflichtet, eine neue Straßenlinie nach Heßler, eine Linie nach Horst, eine Linie in die Feldmark und eine Linie bis zur Stadtgrenze nach Günnigfeld zu bauen.

1911 wurde ein erster Teil dieser Vereinbarung mit dem Baubeginn der Strecke nach Heßler (auch die Schreibweise „Hessler“ war durchaus üblich) eingelöst werden.

Die neue Strecke führte vom Neumarkt über die West- und Overbeckstraße zur Wilhelminenstraße. Dieser folgte das Gleis stadtauswärts auf der linken Seite bis zur Schachtanlage Wilhelmine Victoria I/II in Heßler. Über die Hesslerstraße wurde das Gleis in den alten Ortskern zu ihrer vorläufigen Endstelle an der Ecke Hessler- / Kanzlerstraße geführt.

Am 3. Oktober 1911 wurde die neue Verbindung als Linie 5 eröffnet.

Für die vorgesehene Weiterführung der Strecke nach Horst musste zunächst die Querung der Bahnstrecke von Essen nach Gelsenkirchen-Bismarck abgeklärt werden. Offensichtlich war es nicht mit vertretbarem Aufwand möglich, die Gleise niveaugleich zu kreuzen.

Vor diesem Hintergrund wurde über die Fortführung der Hesslerstraße eine Rampe zu einer Straßenbahnbrücke gebaut. Sie mündete im Westen auf die parallel zur Zechenbahntasse der Schachtanlage Wilhelmine-Victoria auf die neu geschaffene Dammstraße.

Im Frühjahr 1913 wurden die Brücke und die Rampen fertiggestellt. Über die Grimmstraße, in der die Gleise mittig lagen, die Reichsstraße und die Nordsternstraße wurde die neue Endstelle am Bahnhof Horst-Süd erreicht. Am 6. Dezember 1913 ging die neue Strecke in Betrieb.

Durch den Bau der vierspurigen Grothusstraße von Gelsenkirchen nach Horst ist der ehemalige Straßen- und Streckenverlauf von der Evangelischen Kirche in Heßler (Melanchtonplatz) bis Horst heute nur noch schwer nachvollziehbar. Die Reichstraße besteht heute noch in Teilen unter der Bezeichnung „Fersenbruch“.

Die Nordsternstraße existiert nicht mehr. Sie würde heute durch den südlichen Nordsternpark zur Kanalbrücke führen. Über die noch existierenden Teilstücke der Wallstraße ist der Brückenschlag über den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher noch nachvollziehbar. In der Wallstraße selbst lagen noch bis vor wenigen Jahren die Gleisreste der Straßenbahn.

Insgesamt hatte die neue Verbindung von Gelsenkirchen über Heßler nach Horst eine Streckenlänge von 6,35 Kilometern.

Fotos der Linie nach Heßler und Horst sind sehr selten. Das hier als Titelbild verwendete Foto des abfahrbereiten Triebwagen 36 auf der Linie 13 nach Heßler wurde 1952 von dem Düsseldorfer Straßenbahnfreund Peter Boehm am Gelsenkirchener Hauptbahnhof aufgenommen. Heute befinden sich die Aufnahmen von Peter Boehm im Archiv des Kölner Straßenbahnfreundes Axel Reuther.