BETRIEBSHOF LEIMGARD

Als zweiter Stützpunkt entstand mit dem Bau der Straßenbahn von Gelsenkirchen über Rotthausen, Kray und Steele der Betriebshof Leimgard.

Heute liegt das Grundstück auf Essener Stadtgebiet an der Rotthauser Straße / Ecke „Am Pumpwerk“. 1896/97 gehörte es zur Gemarkung Rotthausen. Deshalb wurde der Betriebshof intern gelegentlich auch als „Betriebshof Rotthausen“ bezeichnet.

Die 1902 in Betrieb genommene Anlage wurde 1915 nach Norden erweitert. Anfang der 1930er-Jahre bestand der Betriebshof aus einer nördlichen, siebengleisigen Wagenhalle sowie zwei daran südlich angrenzenden, vermutlich jeweils zweiständigen Hallen.

Auf dem Luftbild aus den 1920er-Jahren (© RVR – 1925-1930 – dl-de/by-2-0) sind neben den südlichen Hallen noch Aufstellgleise erkennbar. Am oberen Bildrand ist der Schwarzbach zu erkennen, links die Rotthauser Straße.

Am 1. April 1932 übernahm die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft mit dem Kauf der Strecke von Rotthausen über Kray nach Steele auch den Betriebshof Leimgard. Für 600.000 Reichsmark wechselten die in Essen-Steele liegenden Bahnanlagen und die dazugehörigen Grundstücke die Eigentümerin.

STILLEGUNG FÜR DEN PERSONENVERKEHR

Der Betriebshof wurde zunächst als Außenstelle des Essener Betriebshofes Schonnebeck geführt. 1937 wurde er für den normalen Personenverkehr stillgelegt.

Für einige Zeit wurden die Halle und das Gelände noch als Stellplatz für Einsatzwagen und als Baulager genutzt. Die im Bild erkennbaren, vermutlich jeweils zweiständigen vorderen Hallen wurden bis zum Sommer 1939 abgebrochen.

Die siebenständige Abstellhalle ist als Teil eines Industriebetriebes bis heute erhalten. In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde der Betriebshof als Stützpunkt bei der Neuaufnahme des Straßenbahnbetriebs zwischen Gelsenkirchen und der Eisenbahnüberführung am Bahnhof Kray-Nord genutzt.

Endgültig stillgelegt wurde die Anlage am 7. Mai 1961 – zeitgleich mit der Einstellung des Straßenbahnbetriebs zwischen Kray und der Stadtgrenze nach Gelsenkirchen.

Der nachfolgende Slider zeigt neben einem aktuellen Luftbild zwei historische Aufnahmen, die – wie das Beitragsbild – 1939 im Zusammenhang mit der Regulierung des Schwarzbaches für die Emschergenossenschaft aufgenommen wurden (Archiv Emschergenossenschaft / Lippeverband – Sammlung Heimatbund Gelsenkirchen).

Auf dem Beitragsbild ist der Bahnhof der Zeche Bonifacius gut zu erkennen. Der rechts sichtbare Bagger steht an der Abraumhalde. Im Hintergrund erhebt sich mit einer Höhe von 83 Metern der Mechtenberg. Auf seinem höchsten Punkt ließ der Bismarck-Verein Gelsenkirchen einen am 29. Juli 1900 eingeweihten Bismarckturm errichten.

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  • Im Juni 1939 wurden die Spundwände für die Kanalisation des Schwarzbaches in Kray gesetzt.
    Archiv Emschergenossenschaft / Lippeverband - Sammlung Heimatbund Gelsenkirchen