DURCH KRAY

In Kray folgte die Straßenbahn dem Verlauf der Hauptstraße, der heutigen Krayer Straße. Ausweichen gab es in Höhe des Zugangs zum Bahnhofs (heute „Tempelhof“) und in Höhe der Einmündung der heutigen Kiwittstraße.

Das Beitragsbild, eine Postkarte aus dem Jahr 1916 (Verlag HKE – Sammlung Ludwig Schönefeld), zeigt die Hauptstrasse in Kray. Rechts zweigt die damalige Leithe Strasse zum Bahnhof Kray-Nord ab. Die links und rechts sichtbaren Gebäude sind bis heute vorhanden (Krayer Straße 278 und 263). Die Zuwegung zum Bahnhof Kray-Nord heißt inzwischen Heinrich-Sense-Weg.

Die aus Gelsenkirchen angekommene Linie 4 hat kurz zuvor die enge Überführung der Bahnstrecke von Essen über Kray und Wattenscheid nach Bochum passiert. An der Haltestelle vor dem „Rheinischen Kaufhaus“ nimmt der nach „Steele – Bhf. Nord“ ausgeschilderte Triebwagen 90 (Weyer 1900) soeben einen neuen Fahrgast auf.

EINGLEISIG BIS KRAY-SÜD

Zwischen der Einmündung der Kiwittstraße und der Eisenbahnüberführung in Kray-Süd wurde die Strecke eingleisig ausgeführt.

Auf diesem Teilstück entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit das nachfolgende Bild aus der Sammlung des Hagener Straßenbahnfreundes von Frank-Helge Latte. Es zeigt gleich zwei Exoten aus dem Wagenpark der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG: den 1948 bei Credé in Kassel aus dem stark beschädigten Triebwagen 210 (Dortmunder Union 1912) neu aufgebauten Triebwagen 84 und den in eigener Werkstatt mit Hartfaserplaten auf Basis des Beiwagens 295 (Gastell 1924) neu karrossierten Beiwagen 383.

GEFÄHRLICHER STRECKENVERLAUF

Hinter der Eisenbahnführung in Kray-Süd verläuft die Krayer Straße bis heute aufgrund der Topographie des Ruhrtals bis Steele in recht starkem Gefälle. Da Ausweichen auf diesem Streckenstück gefährlich gewesen wären, legte man schon in der Frühzeit der Straßenbahnstrecke auf diesem Teilstück ein zweites Gleis.

Kurz vor dem späteren Bahnhof Steele-West, damals gab es nur einen Haltepunkt, wurde die Strecke wieder eingleisig. Die Straßenbahnfahrer mussten ihre Triebwagen jetzt unbedingt zum Stillstand bringen, um bei der Unterquerung der Bahnstrecke Unfallrisiken auszuschließen:

Der in den Bahndamm der ehemals Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft integrierte, gemauerte Durchlass der Krayer Straße aus den 1860er-Jahren hatte zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Straßenbahn nur eine Breite von etwa drei Metern.

Über die Karl Humannstrasse (heute Humannstraße) und ein kurzes Stück der Kaiserstrasse (ab 1934 Kaiser-Wilhelm-Straße) erreichte die Straßenbahn die Endestelle. Sie lag kurz vor der Kreuzung mit der Berlinerstrasse (ab 1936 Bochumer Straße) in der Friedrichstrasse (ab 1937 Dreiringstrasse).

AUSBAU DES BAHNHOFS STEELE-WEST

1910 wurde das gefährliche Nadelöhr am Bahnhof Steele-West durch eine etwas breitere Stahlträgerbrücke ersetzt. Sie stand hier bis zum Umbau das Bahnhofs Steele-West zum Verkehrsplatz in den Jahren 1975 bis 1978.

Der ursprünglich allein mit einer Baracke auf dem Bahnsteig recht spartanisch ausgestatteten Haltepunkt Steele-West erhielt 1912 ein gemauertes Bahnhofsgebäude. Der neue Bahnhof gefiel durch seine Jugendstilfassade und durch den schön gestalteten Vorplatz am Isinger Tor.

Nach der Zerstörung des Dachstuhls wurde das Gebäude vereinfacht wieder hergestellt:

  • Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Steele-West wies zahlreiche Jugendstil-Elemente auf.
    Verlag Theodor Wiss, Bochum (Ausschnitt) - Sammlung Ludwig Schönefeld

ZURÜCKZUM NÄCHSTEN KAPITEL