KOMMUNALREFORM

Die in den 1920er-Jahren enge Zusammenarbeit zwischen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft legt die Grundlage, die ursprünglich separat verlegten Gleise in der Rotthauser Straße gemeinschaftlich zu nutzen.

Die Trasse im Wiehagen wird bis auf einen kurzen Abschnitt zwischen der Bockermühlstraße und der Wemkenstraße zweigleisig ausgebaut

Zu einschneidenden Veränderungen kommt es 1929 nach der Kommunalreform. Da Steele, Königsteele, Spillenburg und Rellinghausen nunmehr auf Essener Stadtgebiet liegen, muss die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG die Streckenteile an die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft abtreten. Am 1. Juli 1929 wird die Strecke Steele – Rellinghausen verkauft. Am 1. April 1932 folgen die Gleisanlagen in Steele, die Strecke von Steele über Kray nach Rotthausen und die Wagenhalle Leimgard.

Die Linie 4 wird fortan im Gemeinschaftsverkehr weiterbetrieben. Dies allerdings nur auf dem Teilstück zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Steele. Die Durchleitung nach Buer wurde bereits wieder aufgegeben.

In den folgenden Jahren wird die Strecke in Rotthausen zweigleisig ausgebaut: Zwischen dem Abzweig Kray (heute Steeler Straße / Auf der Reihe) und der heutigen Kreuzung mit der Schonnebecker Straße wurde im Zusammenhang mit dem Ausbau der Steeler Straße ein doppelgleisiger Bahnkörper in der Straßenmitte angelegt. An der Haltestelle „Schonnebecker Straße“ entstand eine kleine Grünfläch mit der markanten „Persil-Uhr“.

Im weiteren Verlauf kann die Steeler Straße ebenfalls breiter trassiert werden. Das ursprünglich auf in Richtung Essen links verlaufende Gleis wird dabei auf dem Teilstück bis zur Karl-Meyer-Straße in die Straßenmitte verschwenkt. Die Haltestellenanlage, in deren Bereich die für den Berufsverkehr der Zeche Dahlbusch mitgeführten Beiwagen umgesetzt wurden, befand sich unmittelbar vor dem Kolpinghaus.

Das Beitragsbild, ein Ausschnitt aus einer 1940 gelaufenen Postkarte aus dem Essener Verlag Heinrich Koch (Sammlung Ludwig Schönefeld) zeigt die Linie 4 / 14 nach der Aufnahme des Gemeinschaftsverkehrs mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft. Links sehen wir auf der Linie 4 einen Essener Triebwagen, während auf der Linie 14 ein Triebwagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG eingesetzt ist.