RÜCKZUG DER LINIE 17

Die Linie 17 der 1940 unter Einbezug der Bergischen Kleinbahnen gegründeten Wuppertaler Bahnen kam nach kriegsbedingter Unterbrechung am 25. Oktober 1945 wieder in Fahrt. Um die Endstelle am Grendplatz erreichen zu können, hatte man die im Krieg zerstörte Steeler Ruhrbrücke notdürftig repariert.

Der bauliche Zustand der Brücke – sie war nach dem Wiederaufbau anfangs noch für 16 Tonnen Last zugelassen – erzwang am 6. Februar 1951 die Einstellung des Straßenbahnbetriebes zwischen dem Grendplatz und dem südlichen Brückenkopf. Mehr als 1,5 Tonnen Gesamtgewicht waren für die Brücke jetzt nicht mehr tragbar.

Die neue Endstelle der „17“ befand sich fortan am Haus Ruhreck. Der Beiwagen wurde hier mit Hilfe eines zweiten Triebwagens, der dem Planzug jeweils von der Ausweiche Ruhrwiesen folgte, umgesetzt.

Die Fahrgäste aus dem Bergischen Land mussten die 450 Meter bis zum Grendplatz jetzt zu Fuß bewältigen. Zum lokalen Omnibusverkehr im Stadtteil Überruhr war am Haus Ruhreck ein direkter Umstieg möglich.

Klaus-Bernd Lange hielt 1952 die Rangierarbeiten und den Umsteigeverkehr am Haus Ruhreck im Bild fest. Ihm verdanken wir neben dem Beitragsbild auch die übrigen Aufnahmen der nachfolgenden Bildreihe.

  • Triebwagen 90 und Beiwagen 400 stehen 1948 in der Ausweiche Ruhrstraße zur Abfahrt bereit.
    Foto Klaus-Bernd Lange - Sammlung Bernhard Terjung

ABSCHIED VON DER STRASSENBAHN IM BERGISCHEN LAND

Langfristig beginnt in dieser Zeit der Niedergang der meterspurigen Straßenbahnstrecken im Bergischen Land. Viele Streckenteile müssten dringend erneuert werden. Zudem verliert die Straßenbahn zunehmend Fahrgäste an den Individualverkehr.

Die Straßenbahn im Bergischen Land hat keine Zukunft: Am 31. Mai 1954 stellt die Wuppertaler Stadtwerke AG – sie hatte am 1. März 1948 die Wuppertaler Bahnen AG abgelöst – den Straßenbahnverkehr zwischen Nierenhof und Steele ein.

Der nachfolgende Plan dokumentiert die Streckenführung in Steele nach dem Rückzug der Linie 17 auf Basis eines Luftbildes aus dem Jahr 1952 (© RVR – 1952 – dl-de/by-2-0). Gut zu erkennen ist der großzügig Ausbau des Kaiser-Otto-Platzes zum Verkehrsknoten.

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