NEUBEGINN IN GELSENKIRCHEN

In Gelsenkirchen wird der Straßenbahnverkehr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst auf den alten Trassen wieder aufgenommen.

Zwischen der Kolonie Pluto und der Karl-Mayer-Straße in Rotthausen ergänzt seit Anfang der 1950er-Jahre die Verstärkerlinie 14 das Verkehrsangebot. Sie wird durchaus stark nachgefragt. Das belegen sowohl das im Juni 1957 von Fritz Roth auf der Südseite des Hauptbahnhofs aufgenommene Beitragsbild (Sammlung VDVA) als auch das nachfolgende Foto von Peter Boehm vom 9. Mai 1953 (Sammlung Axel Reuther).

Das ändert sich Ende der 1950er-Jahre. Der zunehmende Individualverkehr führt bei der Straßenbahn zu kontinuierlich sinkenden Fahrgastzahlen.

In dieser Zeit wird der Linienweg der „4“ kurz hintereinander gleich zweimal geändert:

AUFGABE DER STRECKE AM MARKT

Ausgelöst durch den Neuaufbau der kriegszertörten Innenstadt verändert sich 1958 der Linienweg im Bereich des Alten Marktes. Vom Hans-Sachs-Haus nutzt die Linie 4 jetzt die großzügig ausgebaute Verbindung über die neu angelegte Ebertstraße, die ausgebaute Florastraße und die Luitpoldstraße zur Hauptstraße.

Die alte Strecke über die Von-Oven-Straße, über die Hansemann- und Hauptstraße zum Grillo-Gymnasium wird stillgelegt.

An einem Markttag im Sommer 1955 herrscht in der Hauptstraße noch starker Andrang auf die Linie 4 (Verlag Heinrich Koch, Essen – Sammlung Ludwig Schönefeld):

AUFGABE DER WIEHAGENLINIE

Die noch in der Vorkriegszeit doppelgleisig ausgebaute Strecke im Wiehagen und mit ihr auch der Anschluss der Linie 4 an den Gelsenkirchener Hauptbahnhof müssen am 3. Mai 1959 infolge von Bergschäden aufgegeben werden.

Die Steeler Linie kehrt jetzt nach rund 50 Jahren auf die Rotthauser Straße zurück. Hier teilt sie sich zwischen Rotthausen und dem Machensplatz die Trasse mit der aus Essen-Katernberg kommenden Linie 7.

Damit weiterhin das Fahrtziel Wanne-Eickel erreicht werden kann, entsteht am Machensplatz ein Abzweig in die Ahstraße.

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