KÄRNTENER RING

Ab 1951 wurde der westliche Streckenast der Linien 1 und 21 nach modernen Standards ausgebaut. Zu den stärksten Eingriffen in die bestehende Infrastruktur kam es dabei zwischen dem Bahnübergang Buer-Süd und Horst, im Horster Zentrum sowie zwischen Horst und dem Gladbecker Stadtteil Brauck:

Westlich des Bahnhofs Buer-Süd entstand zur Entlastung der Buerer Straße eine neue Umgehungsstraße, der Kärtener Ring. Er wurde vierspurig bis zur Stadtgrenze nach Gladbeck fortgeführt. Für die Straßenbahn wurde ein eigener, doppelgleisiger Bahnkörper in der Straßenmitte geschaffen.

Am Rosenhügel entstand eine weitläufige Kreuzungsanlage. Sie verband die nördliche Umgehungsstraße mit der ebenfalls neu trassierten Turfstraße, über die seither der Durchgangsverkehr östlich am Horster Zentrum vorbeigeführt wird. Heute kaum noch wahrgenommen wird die Eisenbahnunterführung im Norden des St. Josephs-Hospital, mit der die einst stark befahrene Güterbahn von Bismarck über Horst-Nord nach Osterfeld überwunden wurde.

Im Verlauf des Jahres 1953 wurden die neuen Straßenzüge freigeben. Im Frühjahr 1953 wurde die Straßenbahnstrecke von Gladbeck nach Horst aus der Gladbecker Straße herausgenommen. Die Merveldt-Brücke wurde damit überflüssig. Am Rosenhügel trafen jetzt die „Gelsenkirchener“ Linien 1 und 21 auf die Linien 17 (Kirchhellen – Gladbeck – Horst Essener Straße) und 23 (Zweckel – Gladbeck – Horst – Bottrop -Sterkrade) der Vestischen Straßenbahnen.

EIN NEUER MITTELPUNKT

Die historischen Streckenführungen der Straßenbahnen von Buer über die Buerer Straße, von Essen über die Essener Straße und von Gladbeck über die Gladbecker Straße nach Horst wurden mit der Freigabe der neuen Umgehungsstraßen aufgegeben.

Über den Kärntener Ring und die vierspurige Turfstraße führte die Neubaustrecke weiter bis zur Kreuzung mit der Schloßstraße, an der sich anfangs nur das Schloß Horst im Osten und das noch aus den 1930er-Jahren stammende Gebäude der Städtischen Sparkasse befanden.

Unmittelbar vor dem Schloß entstand die Haltestelle „Horst Sparkasse“ für die Linien 3 und 21. Für die Linie 1 wurde ein Haltestellenbereich in der neuen Schmalhorststraße, die als südliche Umgehung des Horster Ortskerns die Verbindung zwischen dem Schloß Horst und der Karnaper Straße herstellte, geschaffen.

Durch die neue Straßenführung gab es in Horst einen neuen Mittelpunkt – um den Preis, dass die Wege von der Straßenbahn zu den Einzelhandelsgeschäften im Ortskern jetzt lang waren.

Das am 8. Mai 1955 von Dieter Höltge aufgenommene Beitragsbild zeigt einen typischen Straßenbahnzug der Linie 21 am Rosenhügel. Im Hintergrund rechts ist die nach Buer führende Trasse des Kärtener Rings zu erkennen (Sammlung Stefan Höltge).

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