VON ESSEN

Parallel zu Siemens & Halske bemühte sich auch die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft um eine Verbindung nach Steele.

Das gelang am 1. November 1899 in Verlängerung der am 18. Juni 1896 eröffneten Verbindung Segeroth – Limbecker Platz – Viehhofer Platz – Hospital.

Die neue Verbindung passierte nach der Haltestelle Hospital (Haltestelle „Varnhorststraße“) den heute noch vorhandenen Wasserturm (damals Haltestelle „Hochbassin“). Über die Essener Strasse (seit 1936 Steeler Straße) wurde die Endstelle in Steele erreicht.

GEMEINSAME NUTZUNG DER GLEISANLAGEN

Bereits 1896 hatten die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft eine wechselseitige Nutzung ihrer Gleisanlagen in Steele und Gelsenkirchen vereinbart.

Bei der Einführung der Essener Linie in die Steeler Altstadt wurde diese Vereinbarung erstmals angewendet, indem die beiden Gesellschaften jetzt einen gemeinsamen Rundkurs durch Steele anlegten.

Für die Linie aus Essen wurde ein neues Gleis von der Essener Strasse über das Pennekampstor (seit 1926 Scheidtmanntor) zum Isinger Markt und weiter zum Steeler Markt geführt. Anfang der 1930er-Jahre wurde der Häuserblock zwischen diesen beiden historischen Märkten abgebrochen. An ihrer Stelle entstand ein neuer Platz. Er wurde ab 1938 in Erinnerung an einen Reichstag, den Kaiser Otto I. tausend Jahre zuvor in Steele abgehalten hatte, „Kaiser-Otto-Platz“ genannt.

Vom Steeler Markt wurde die neue Strecke über die damalige Steeler Chausseestrasse (seit 1926 Hansastraße) zum bereits bestehenden Gleis in der Berlinerstrasse geführt.

Die aus Gelsenkirchen kommenden Straßenbahnzüge der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG fuhren nunmehr von der Überführung am Eisenbahn-Haltepunkt Steele West über eine neu geschaffene Verbindung in der Isinger Strasse (ab 1926 Isinger Tor, ab 1980 Teil der Grenoblestraße) zum Pennekampstor. Von dort erreichten sie die Ausweiche am Steeler Markt. Über die Chausseestraße, die Berlinerstrasse, die Friedrichstrasse und die Karl Humannstrasse traten sie die Rückfahrt nach Gelsenkirchen an.

Den gleichen Weg nahmen die Züge der Essener Straßenbahn. Sie erreichten über einen Gleisbogen am Isinger Tor wieder die Essener Strasse für die Rückfahrt nach Essen.

In den ersten Betriebsjahren führten die Essener Straßenbahnlinien keine Liniennummer. Stattdessen wurden farbige Linienschilder verwendet: für die Linie nach Steele waren sie grün. Mit der Einführung von Liniennummern mutierte die grüne Linie 1907 zur Linie 9.

Der nachfolgende Plan zeigt die Strecken in der Steeler Innenstadt auf Basis von Luftbildern aus den 1920er-Jahren (© RVR – 1925-1930 – dl-de/by-2-0). Die Bezeichnung der Straßen und der Gleisplan entsprechen – mit allen Risiken der Rekonstruktion über historische Abbildungen – der Situation im Jahr 1926.

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