HORST EMSCHER SÜD


Über viele Jahre blieben alle Bemühungen des Amtes Horst um einen Eisenbahnanschluss erfolglos. Franz Heinrich Adolf Kranefeld, der seit 1891 als Amtmann für die Entwicklung des Ortes verantwortlich war, wurde dennoch nicht müde, für einen Personenbahnhof zu kämpfen.

1905 fand er in der Leitung der Zeche Nordstern Mitstreiter, die sich nun ebenfalls für einen Bahnhof in der Horstermark einsetzten. Nun stimmten endlich auch die Eisenbahndirektion und der Minister für öffentliche Arbeiten dem Anliegen zu. Im Gegenzug musste sich die Gemeinde an den Herstellungskosten der Station beteiligen und darüber hinaus auch ein geeignetes Baugrundstück zur Verfügung stellen.

Am 14. März 1906 erteilte das Ministerium die Erlaubnis zum Bau des Bahnhofs. Auf Wunsch der Gemeinde erhielt er die Bezeichnung „Horst Emscher Süd“. Ein Jahr später, am 1. Mai 1907 konnte die Station für den Personenverkehr eröffnet werden.

Das Beitragsbild zeigt den Bahnhof auf einer am 26. September 1910 geschriebenen Postkarte (Verlag Otto Solbach, Horstermark – Sammlung Claus Sybrecht). Links ist der Backsteinbau der am 22. Dezember 1908 konsekrierten katholischen St.-Laurentius-Kirche zu sehen. Wenige Meter weiter rechts ist die 11. Dezember 1898 eingeweihte evangelische Lutherkirche abgebildet.

Die Gotteshäuser an der Kirchstraße (heute Strickerstraße) wurden im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Das unten gezeigte Postkartenmotiv aus dem Jahr 1923 zeigt die Kirchen in der Horstermark in der Südansicht (Verlag Heinrich Koch, Essen – Sammlung Ludwig Schönefeld).

VERKNÜPFUNG MIT DER STRASSENBAHN

Das einfache, aus Holz errichtete und gleichzeitig als Stellwerksturm für eine Blockstelle der Bahnstrecke genutzte Stationsgebäude befand sich auf der Nordseite der Emschertalbahn. Vom Bahnsteig aus waren es fußläufig nur rund 300 Meter bis zur Hessler-Strasse, wo sich seit dem 6. Dezember 1913 die Endstelle der Straßenbahnline 8 vor dem Restaurant „Schützenhof“ befand.

Die Veranstaltungen der am 22. Mai 1910 eröffneten Horster Galopprennbahn garantierten dem Bahnhof ein hohes Verkehrsaufkommen.