NACH WANNE

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1896 ist Gelsenkirchen eine große Baustelle. Parallel zu den Arbeiten an der Straßenbahnverbindung nach Wattenscheid und Bochum wird an einer weiteren, von Siemens & Halske geplanten Strecke gebaut: der Verbindung vom Betriebshof an der Hochstraße über Bulmke und Hüllen nach Eickel, zum heutigen Bahnhof Wanne-Eickel.

Das Gleis der Straßenbahn liegt stadtauswärts auf der linken Straßenseite der Wanner Straße und folgt dieser durch die Gemeinden Bulmke und Hüllen nach Röhlinghausen. In Höhe der Kolonie Pluto befindet sich in der Gelsenkirchener Straße eine Ausweiche. Sie wird später gerne als Wechselstelle für Beiwagen, für Verstärkerlinien und Einsatzwagen genutzt.

Etwa 500 Meter hinter der Kolonie Pluto folgt die Strecke über eine 90 Grad Kurve nach Norden weiter der Gelsenkirchener Straße nach Eickel (heute Plutostraße). Auch in Eickel nutzt die Straßenbahn die Gelsenkirchener Straße. Die Endstelle liegt unmittelbar am 1864 eröffneten Bahnhof Wanne der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft.

Die Strecke hat eine Länge von 7,48 Kilometern und wird nach der Abnahme am 18. Oktober 1896 am 20. Oktober 1896 eröffnet – zeitgleich mit der Verbindung von Bochum, deren Endstelle auf der „Bochumer Seite“ der Cöln-Mindener Eisenbahn in der Hauptstraße liegt.

1907 erhält die Strecke die Liniennummer 3. Im selben Jahr beginnt in Wanne der Bau eines neuen Bahnhofs. Im Verlauf der Bauarbeiten, die bis 1913 andauern, wird die Eisenbahntrasse angehoben. Damit entstehen zwei neue Eisenbahnbrücken im Zuge der Hauptstraße.

Die Straßenbahnlinie aus Gelsenkirchen wird zu einer neuen Endstelle auf dem Bahnhofsvorplatz geführt, die sie sich mit der Bochumer Linie 6 und der Linie 1 der Vestischen Kleinbahnen teilt.

Der Erste Weltkrieg fordert auch auf der Linie 3 einen Tribut. Zum 1. Dezember werden die Haltestellen Ausweiche Hüllen, Apotheke Röhlinghausen und Friedrichstraße eingezogen.

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wird die Linie im Bereich der Wanner Straße in Gelsenkirchen bis zum Tor 2 der Deutschen Eisenwerke AG (Schalker Vereins) zweigleisig ausgebaut. Das heute nicht mehr existierende Tor lag in etwa in Höhe der heutigen Cheruskerstraße.

Das Beitragsbild ist ein 1906 von Reinicke & Rubin, Magdeburg, verlegtes Postkartenmotiv. Die hier gezeigte Postkarte (Sammlung Ludwig Schönefeld) ist jedoch ein besonderes Exemplar. Heinrich, vermutlich ein junger Mann, schreibt im August 1906 nach seiner Ankunft in Gelsenkirchen an seine Eltern in Lohfeld bei Löhne. Sein Zimmer liegt im zweiten Stockwerk des Eckhauses an der Wannerstraße, vor dem gerade Triebwagen 11 auf seiner Fahrt von Wanne nach Gelsenkirchen angekommen ist.

Die Postkarte zeigt noch ein weiteres spannendes Detail: Ein Mitarbeiter der Straßenbahn ist damit beschäftigt, die Zunge der Einfahrtsweiche zum Betriebshof Gelsenkirchen zu zu reinigen.

In der Bildfolge sehen wir die Karte ein zweites Mal: in einer zu einen etwas höheren Preis angebotenen colorierten Variante.

  • Die Postkarte mit dem Abzweig Wannerstraße wurde auch in Farbe angeboten.
    Verlag Reinicke & Rubin, Magdeburg - Sammlung Ludwig Schönefeld