DIE WESTFÄLISCHE

Auf Initiative des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (SVR) wurden die Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet Mitte der 1920er-Jahre angehalten, ihre Linien zu vermeintlich wirtschaftlicher zu betreibenden Gemeinschaftslinien zu verbinden.

Als Folge davon wurde die Linie 5 mit der inzwischen eröffneten „Günnigfelder“ Linie 8 und dem von Günnigfeld nach Eickel und Baukau (Herne) führenden Linie G der Westfälischen Straßenbahn GmbH zu einer neuen Gemeinschaftslinie 3 auf der Relation Herne – Eickel – Günnigfeld – Gelsenkirchen – Heßler – Horst-Süd verbunden. Vom 16. September 1924 bis zum 30. Oktober 1928 war die Verbindung zu in Betrieb.

Die Westfälische Straßenbahn GmbH war am 15. Mai 1912 durch die Fusion der Bochum – Castroßer Straßenbahn GmbH mit der Märkischen Straßenbahn Witten und der Straßenbahn der Stadt Herne entstanden. Darüber hinaus war sie seit dem 12. November 1913 Betriebsführerin der Kommunalen Straßenbahn-Gesellschaft Landkreis Gelsenkirchen auf der Straßenbahnverbindung von Höntrop über Wattenscheid, Günnigfeld und Eickel nach Herne.

In den ersten Betriebsjahren konnte sich die Westfälische Straßenbahn GmbH hervorragend entwickeln. Dazu trug insbesondere ein umfangreicher Güterverkehr im Ersten Weltkrieg bei. Die Erlöse wurde kontinuierlich in den Ausbau der Betriebsmittel und das Streckennetz investiert.

Anfang der 1930er-Jahre geriet das Unternehmen trotz an sich guter Fahrgastzahlen in eine wirtschaftliche Schieflage Ursächlich dafür war der Zinsdienst für die zu kontinuierlichen Modernisierung aufgenommenen Anleihen. So hatte man noch 1928 eine Anleihe über drei Millionen Reichsmark aufgenommen, unter anderem für eine moderne Neubaustrecke von Witten nach Herbede.

1931 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Betriebsführung wurde Mitte August 1931 von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG übernommen. Sie reduzierte in einem ersten Schritt das Angebot auf den Linien der Westfälischen Straßenbahn AG. Darüber hinaus wurde wenig getan, um den vormals schärfsten Konkurrenten um Strecken und Konzessionen wirtschaftlich zu retten.

Das alles führte mit Wirkung zum 31. Dezember 1937 zur Betriebseinstellung. Zum 1. Januar 1938 ging die Westfälische Straßenbahn GmbH in der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG auf.