BRÜCKEN

Im Herbst 1944 kam der Verkehr auf der Linie 24 durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges zum erliegen. Die Sprengung der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal in Heßler machte den Weiterbetrieb der Linie über Jahre unmöglich.

Bis zum 1. Mai 1947 konnten die Strecken bis auf die Brücke repariert werden: Die Linie 24 fuhr jetzt von der Endstelle an der Ulrichstraße in Günnigfeld über Gelsenkirchen bis zur gesprengten Brücke. In Horst pendelte die Linie 24 E zwischen dem Bahnhof Horst-Süd und Horst-Mitte.

Ab dem 1. Oktober 1947 konnte der Pendelwagen durch die Wallstraße die Kanalbrücke erreichen.

Im Mai 1949 waren die Kanal- und die Emscherbrücke wieder hergestellt. Die Verbindung Günnigfeld – Gelsenkirchen – Heßler – Horst-Mitte wurde als Linie 3 angeboten. Ergänzend dazu wurde eine Ringverkehr vom Gelsenkirchener Hauptbahnhof über Heßler, Horst, Buer, Erle und Bismarck zurück zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof als Linie 24 angeboten. Die Pendellinie 24 E entfiel.

Der Ringverkehr wurde von den Fahrgästen nicht angenommen und nach einem Jahr im Mai 1950 wieder aufgegeben. Die Linie 24 wurde noch ein weiteres Jahr zwischen Günnigfeld, Gelsenkirchen und Horst als Verstärkerlinie angeboten.

EINSTELLUNG DER LINIE 3

Am 27. Dezember 1954 folgte die Einstellung des Straßenbahnverkehrs zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof, Heßler und Horst.

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG kündigte die bevorstehende Stilllegung mit dem hier als Titelbild gezeigten Foto im Herbst 1954 in ihrer Betriebszeitung an. Das Bild zeigt Triebwagen 25 (Falkenried 1908) am Alten Markt in Gelsenkirchen. Im Hintergrund ist die Fassade des Hans-Sachs-Hauses zu erkennen. Ursprünglich war der Triebwagen für die Bochum-Castroper Strassenbahn als Triebwagen 4 in Betrieb genommen worden. Über die Westfälische Straßenbahn kam er zur Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG. Seit dem 21. August 1948 trug er die Nummer 25. Am 25. Januar 1955 erhielt er die Nummer 28, am 15. Februar 1958 folgte die Verschrottung.

AUSFLUGSVERKEHR ZUM KANAL

Das Streckenstück von Horst-Mitte über die Wallstraße und den Kanal bis zur Ausweiche Grothusstraße (vor der Abzweigung Lohebleck Straße) wird von Horst aus für den Berufsverkehrszeiten der Zeche Nordstern und den sonntäglichen „Ausflugsverkehr“ zum Kanal von der Linie 21 übernommen (werktags 5 bis 8.30 Uhr, 12 bis 15 Uhr und 17 bis 20 Uhr, sonntags 13 bis 21 Uhr). Mit dem Fahrplanwechsel 1958 erfolgt auch hier die Umstellung auf den Omnibus.

Das nachfolgende Bild zeigt den nagelneuen Triebwagen 263 im Juni 1957 an der Endstelle „Horst Mitte“. Sie liegt im Mittelstreifen der heutigen Straße An der Rennbahn. Als das Bild entstand, fuhr die Linie 21 noch im Ausflugsverkehr bis an den Kanal. Für den Straßenbahnfreund aus Maintal war der moderne Wagen jedoch interessanter als die ein Jahr später stillgelegte Fortsetzung der Strecke. Der fotografische Nachlass von Fritz Roth befindet sich heute im Archiv des Verbands Deutscher Verkehrs-Amateure (VDVA).

Bleibt nachzutragen, dass eine Reaktivierung der Straßenbahnverbindung von Gelsenkirchen über Heßler nach Horst über viele Jahre nicht ausgeschlossen wurde. Bei der Planung der vierspurigen Grothusstraße wurde ein breiter Mittelstreifen angelegt, der geeignet gewesen wäre, einen zweigleisigen Bahnkörper für die Straßenbahn aufzunehmen.

1968 wird bei der Verlängerung der Florastraße in die neue Essener Straße sogar ein doppelgleisiger Abzweig in die Grothusstraße gelegt. Er wird später entfernt. Die direkte Straßenbahnverbindung nach Horst wurde zu den Akten gelegt.