ZUM NEUEN BAHNHOF

In Gelsenkirchen führte in den Jahren 1902 und 1903 der Bau einer Brücke der Wilhelminenbahn zu erheblichen Beeinträchtigungen des Straßenbahnverkehrs. Die Situation entspannte sich erst 1904, nachdem die am 1. Oktober 1901 im Zusammenhang mit dem Bahnhofsneubau für die Bochumer Strecke gebaute, 1,18 Kilometer lange Umleitung durch die Weidenstraße und den Wiehagen (heute Wiehagen) allein von den aus Kray kommenden Straßenbahnwagen genutzt werden konnte.

Seither verkehrte die Steeler Linie von Rotthausen über den Wiehagen, die Bochumer Straße und die Bahnhofstraße zur Endstelle am Neumarkt. Das Gleis in der Ahstraße / Rotthauser Straße wurde erst 1909 wieder genutzt – für die aus Essen kommende Linie 7, deren Endstelle bis dahin in Rotthausen lag.

1907 erhält die Linie ihre langjährige Liniennummer 4. Etwa zeitgleich wird sie in Gelsenkirchen über Bismarck nach Buer durchgebunden, um zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Buer gemeinsam mit der Linie 2 einen 10-Minuten-Verkehr zu realisieren.

Die Gesamtstrecke ist jetzt mit 19,63 Kilometern eine der längsten Straßenbahnverbindungen im mittleren Ruhrgebiet.

NEUE WEGE IN STEELE

Am 1. November 1899 hatte die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft ihre Linie vom Wasserturm nach Steele eröffnet. Am Grendplatz, wo die Linie zunächst in einem Stumpfgleis endete, konnten die Fahrgäste in die Wagen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG umsteigen.

Bereits nach kurzer Zeit vereinbarten die Gesellschaften jedoch eine gemeinsame Nutzung der Gleise in Steele. Die aus Gelsenkirchen kommenden Straßenbahnzüge der Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG konnten nun mehr über die Straße „Scheidmannstor“ zu einer neuen Zentralhaltestelle am Kaiser-Otto-Platz fahren. Von dort traten sie über die Hansastraße, die Westfalenstraße, die Dreiringstraße, die Kaiser-Straße und die Humannstraße die Rückfahrt über die Krayer Straße nach Gelsenkirchen an.

Die Züge der Essener Straßenbahn nutzten die Gleisschleife für die Rückfahrt über die Steeler Straße nach Essen. Auch die Bergische Kleinbahn AG fuhr über die Gleisschleife die Zentralhaltestelle am Kaiser-Otto-Platz an.

Am Kaiser-Otto-Platz befand sich eine dreigleisige Endstellenanlage zur Aufnahme der Straßenbahnen.

Für die aus Gelsenkirchen kommende Linie 4 blieb die Streckenführung in Steele bis zur Einstellung erhalten.

ERSTER WELTKRIEG

Im Ersten Weltkrieg müssen auch zwischen Gelsenkirchen und Rellinghausen Haltestellen eingezogen werden, um Personal zu sparen. Das betrifft ab dem 1. Dezember 1916 die Haltestellen Klosterstraße, Schulte im Hof und Iffingerstraße.